Regentenstraße (Berlin)

Die Regentenstraße in Berlin war eine bedeutende Straße im alten Tiergartenviertel, die ab 1859 angelegt wurde. Sie entstand auf einem Grundstück, das zuvor landwirtschaftlich genutzt wurde. Die Straße wurde 1860 nach Prinzregent Wilhelm benannt, der später König von Preußen wurde. Bis 1900 wurde die Regentenstraße vollständig bebaut. Unter den ersten Gebäuden befanden sich das Palais Staudt sowie Wohnhäuser für namhafte Persönlichkeiten wie den Künstler Georg Kolbe und Bankiers der Rothschild-Dynastie. Der architektonische Charakter der Straße änderte sich erheblich durch Kriegsereignisse. Nach der Zerstörung der ursprünglichen Bebauung im Zweiten Weltkrieg blieb von der Regentenstraße nichts übrig. 1936 wurde sie in „Großadmiral-Prinz-Heinrich-Straße“ umbenannt und umnummeriert, mit dem Ziel, sie für militärische Zwecke abzureißen. 1945 erfolgte dann die Umbenennung in Hitzigallee, und die Ruinen wurden sukzessive abgetragen. Heute repräsentiert die Hitzigallee den Südteil der einstigen Regentenstraße und steht exemplarisch für die urbanen Veränderungen Berlins im 20. Jahrhundert. Die Regentenstraße bleibt somit ein wichtiger Bestandteil der Berliner Stadtgeschichte und verdeutlicht den Verlust historischer Architektur durch Krieg und nachfolgende Neugestaltungen.
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