Zossener Straße (Berlin-Kreuzberg)
Die Zossener Straße in Berlin-Kreuzberg erstreckt sich vom Waterloo-Ufer am Landwehrkanal im Norden bis zur Bergmannstraße im Süden. Seit ihrer Benennung im Jahr 1874 nach der brandenburgischen Stadt Zossen ist sie geprägt von Wohn- und Gewerbegebäuden im Gründerzeitstil, von denen viele nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs restauriert wurden.
Die Straße entstand gemäß dem Hobrecht-Plan in den 1860er Jahren und war Teil eines städtischen Bauprojekts, das von der Baugesellschaft Belle Alliance umgesetzt wurde. Die mehrgeschossigen Miethäuser boten Platz für bis zu 30 Familien. Diese bestanden hauptsächlich aus Handwerkern, kleineren Kaufleuten und Angestellten. Wichtige historische Punkte sind unter anderem das Haus Nummer 1, wo von 1960 bis 1977 die Künstlerkneipe „Der Leierkasten“ bestand, ein Schlüsselort für die Berliner Malerszene.
Die Zossener Straße ist zudem von sozialhistorischem Interesse, da im Haus Nummer 29 die Jüdin Jeanette Jaffé lebte, die während der NS-Zeit deportiert wurde. Heute sind sowohl die Heilig-Kreuz-Kirche als auch die angrenzenden Friedhöfe in der Zossener Straße denkmalgeschützt.
Insgesamt spiegelt die Zossener Straße die städtebauliche Entwicklung und kulturelle Geschichte Berlins wider und bleibt ein lebendiges Zeugnis der kreativen Strömungen der Stadt.
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